Vertreter der Hochschule Ludwigshafen an der ENCG in Casablanca, Marokko

Rainer Busch, Johannes Kals und Alexander hielten sich vom 04.05. bis 08.05.2017 an der marokkanischen ENCG in Casablanca auf, um die seit mehreren Jahren bestehende Partnerschaft durch die Teilnahme an einer Konferenz zum Thema „Sustainable Management Practices“ zu festigen und auszubauen.

Die Präsentationen von Johannes Kals umrissen das Konzept der „energieorientierten BWL“ vor dem Hintergrund von Megatrends wie Klimawandel und Globalisierung. Solche Megatrends haben beispielsweise zur Folge, dass einerseits Kosten für die Emission von Treibhausgasen entstehen, anderseits aber durch die Energiewende die Preise für Strom an der Europäischen Energiebörse in Leipzig sinken, sogar in Negative drehen können.

Das hat für betriebswirtschaftliche Funktionen wie Energiebeschaffung, Produktion oder Logistik Auswirkungen, sie erfordern neue Instrumente und eine kritische Überprüfung der verwendeten Methoden. Besonders der internationale Vergleich zwischen Deutschland und Marokko ist hier interessant, wobei Afrika nicht nur in der lernenden Rolle ist: „Leapfrogging“ bedeutet, dass Entwicklungs- und Schwellenländer sofort in eine ökologische Wirtschaft springen, also die aktuelle Phase der Industrieländer auslassen. Bei regenerativen Energien und der Digitalisierung gibt es hierfür hoffnungsvolle Anzeigen.

Alexander Unger bezog sich in seinem ersten Beitrag auf ein Experiment, das als gemeinsames Forschungsprojekt von der Hochschule Ludwigshafen a. Rhein und ENCG durchgeführt wurde. Dabei wurde festgestellt, dass exakt die gleiche experimentelle Manipulation in Arabisch und in Französisch zu einer unterschiedlichen Leistung in einer folgenden Selbstkontrollaufgabe geführt hat (Konzentrationsaufgabe mit Regeländerung).

Da es sich bei Marokko um eine multilinguale Gesellschaft handelt, sind diese Unterschiede nicht auf unterschiedliche Sprachkenntnisse zurückzuführen, sondern auf eine unterschiedliche psychische Distanz zur jeweiligen Sprache. In einem zweiten Beitrag stellte Alexander Unger vor Doktoranden und Professoren der ENCG die Methode des psychologischen Experimentes und deren praktische Bedeutung für die Management-Forschung dar.

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